„Verkehr im Nordwesten braucht Verlässlichkeit.“ Sande und Wangerooge als Beispiele für dringenden Handlungsbedarf.
Sande/Wangerooge/Jever
Die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen MdL setzt sich weiter für eine verlässliche Verkehrsinfrastruktur im Nordwesten ein. Nach der angekündigten Einstellung der Tidebus-Verbindung zwischen Harlesiel und Sande Mitte Dezember ruft sie dazu auf, den Blick nach vorn zu richten und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.
„Die Nachfrage nach dem Tidebus war zuletzt gering, und die Entscheidung der Bahn ist im Groben nachvollziehbar“, so Jensen. „Trotzdem bleibt die Anbindung an das Festland ein zentrales Thema, für die Insulanerinnen und Insulaner ebenso wie für den Tourismusstandort Wangerooge. Wichtig ist jetzt, dass die Übergänge zwischen Fähre, Bus und Bahn gut organisiert werden.“
Im Rahmen der Sprechstunde der Parlamentariergruppe Bahn in Hannover hat Jensen das Thema eingebracht und eine Nachfrage an den DB-Vertreter Cay Lienau gerichtet. Nach Darstellung der Deutschen Bahn ist die Zahl der Fahrgäste in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, insbesondere seit Einführung des Deutschlandtickets, das für den eigenwirtschaftlichen Tidebus nicht gilt. Gleichzeitig sei die Verbindung aufgrund der tideabhängigen Fährzeiten schwer planbar gewesen. Nach Angaben des Bahnvertreters fanden im Vorfeld Gespräche mit dem Landkreis Friesland über eine mögliche finanzielle Beteiligung statt, die bislang zu keiner dauerhaften Lösung geführt haben.
„Ich begrüße, dass die Bahn signalisiert hat, die Fährzeiten ab 2026 gemeinsam mit dem ÖPNV-Angebot zu überprüfen und bei Bedarf erneut mit dem Landkreis ins Gespräch zu gehen“, erklärt Jensen. „Das ist ein richtiger Schritt. Entscheidend ist, dass Bund, Land, Landkreis und Kommune jetzt gemeinsam an einem Tisch sitzen und praktikable Ansätze finden.“
Auch Wangerooges Bürgermeisterin Rieka Beewen unterstreicht die große Bedeutung einer verlässlichen Anbindung der Insel, sowohl für den Tourismusstandort als auch für die Lebensqualität der Insulanerinnen und Insulaner. Sie setzt darauf, dass Bahn, Landkreis, Verkehrsregion Ems-Jade und die Inselvertreter gemeinsam an einem Tisch zusammenkommen, um tragfähiges Konzept zu finden. Diese Einschätzung teilt auch Katharina Jensen MdL, die unterstreicht, dass Wangerooge fest zur Region gehört, deren Verkehrsanbindung sie stärken möchte.
„Ob Straße, Schiene oder Fähre, unsere Region braucht verlässliche Verbindungen“, sagt Jen-sen. „Dazu gehören Projekte wie der Mittelbahnsteig in Sande und die A 20 ebenso wie gut ab-gestimmte Anschlüsse entlang der Küste. Nur mit einer funktionierenden Infrastruktur sichern wir Lebensqualität, Tourismus und wirtschaftliche Perspektiven im Nordwesten.“
Hintergrund: Der eigenwirtschaftlich betriebene Tidebus verband bislang den Bahnhof Sande mit Harlesiel und stellte den Anschluss zur Fähre nach Wangerooge sicher. Die DB Fernverkehr AG plant, die Linie ab Dezember 2025 künftig über Esens zu führen.