Jensen fordert zügigen Wiederaufbau des Mittelbahnsteigs in Sande 

23. Mai 2025

 Niedersächsischer Landtag 

Katharina Jensen MdL 

Sande/Jever/Hannover– Der Bahnhof Sande bleibt ein Nadelöhr im Bahnverkehr des Nordwestens. Die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen fordert deshalb Klarheit und Tempo beim Wiederaufbau des Mittelbahnsteigs: „Der Bedarf ist seit Jahren bekannt. Der Bahnverkehr kann in Sande nur zuverlässig funktionieren, wenn auch die Infrastruktur Schritt hält.“ 

Schon im Zuge des zweigleisigen Ausbaus der Strecke Oldenburg–Wilhelmshaven wurde der Mittelbahnsteig zurückgebaut, allerdings unter der Maßgabe, dass die Fläche baulich freigehal-ten wird, um ihn bei Bedarf wieder errichten zu können. Genau dieser Bedarf ist laut Jensen nicht nur gegeben, sondern längst überfällig. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) hat zuletzt im März gegenüber der Deutschen Bahn deutlich gemacht, dass eine Angebotsausweitung auf der Linie RS3 zwischen Bremen und Wilhelmshaven ohne diesen Bahnsteig nicht umsetzbar ist. 

Bereits im Planfeststellungsverfahren sowie im Verfahren zur Stilllegung mehrerer Gleise hatte die LNVG gegenüber der Deutschen Bahn deutlich gemacht, dass ohne Mittelbahnsteig keine ausreichende Betriebsqualität zu erwarten sei – eine Einschätzung, die sich inzwischen bestätigt hat. Schon heute kommt es regelmäßig zu Verspätungen und betrieblichen Engpässen, obwohl das prognostizierte Güterverkehrsaufkommen bislang noch nicht erreicht wurde. Jensen unterstreicht deshalb: „Sande braucht eine leistungsfähige Infrastruktur, um als zentraler Bahnknoten zwischen Wilhelmshaven, Oldenburg und dem touristisch geprägten Wangerland funktionieren zu können.“ 

Eine Kleine Anfrage Jensens an die Landesregierung brachte allerdings keine Klarheit über konkrete Zeitpläne oder Finanzierungszusagen. Zwar wurde der Wiederaufbau des Mittelbahnsteigs vorsorglich in das Bundesförderprogramm nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) aufgenommen – doch das allein reicht aus Sicht der CDU-Abgeordneten nicht aus. Der Bund verweigert bislang eine Förderung solcher kapazitätssteigernden Maßnahmen an Bahnhöfen. „Es darf nicht dabei bleiben, Projekte nur anzumelden – es braucht politischen Druck, damit die Mittel auch wirklich fließen. Die CDU-Politikerin kündigt an, das Thema weiter im Landtag zu verfolgen. Es gehe nicht nur um einen Bahnsteig, sondern um verlässlichen Nahverkehr in einer ganzen Region. „Sande darf kein Dauerprovisorium bleiben. Der Mittelbahnsteig ist kein Nice-to-have, sondern Voraussetzung für einen funktionierenden Fahrplan – und der muss jetzt kommen.“