Jensen: Niedersächsischer Fischereidialog – Fischerei und Meeresschutz in Einklang bringen

PRESSEMITTEILUNG
Hannover. „Die niedersächsische Küstenfischerei befindet sich bereits seit Langem in einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Lage. Jede weitere Belastung kann das Ende dieser traditionsreichen Branche einläuten“, erklärt Katharina Jensen MdL, Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Aktuell fischen nur noch 112 Kutter entlang der niedersächsischen Nordseeküste. Bis Ende 2027 sollen weitere 30 Prozent abgewrackt werden. Vertreterinnen und Vertreter der Fischereiwirtschaft sowie der Küstengemeinden befürchten durch die vorgeschlagene Ausweisung weiterer fischereifreier Gebiete das Ende der Küstenfischerei in ihrer bisherigen Form.
Konkret wird die Landesregierung in einem Antrag aufgefordert, Entscheidungen über fischereifreie Gebiete künftig auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu treffen und den niedersächsischen Fischereidialog neu aufzusetzen. Auch die europarechtliche Begründung der Landesregierung greift aus Sicht der CDU-Abgeordneten zu kurz: Das Zehn-Prozent-Ziel der EU-Biodiversitätsstrategie ist ein unionsweites Ziel, das von den Mitgliedstaaten gemeinsam erreicht werden soll. Eine Verpflichtung, exakt zehn Prozent des niedersächsischen Küstenmeeres fischereifrei auszuweisen, ergibt sich daraus nicht. Niedersachsen hat Gestaltungsspielräume, die genutzt werden sollten. Für Jensen hat der bisherige Fischereidialog noch keinen tragfähigen Kompromiss hervorgebracht: „Ein Kompromiss funktioniert nicht, wenn sich am Ende immer nur eine Seite bewegt.“ Hinzu kommt, dass Hafennutzung, Baggerungen, Kabeltrassen und Offshore-Windparks die Fanggründe bereits erheblich verkleinert haben.
„Die Küstenfischerei blickt in Niedersachsen auf eine lange Tradition zurück. Sie prägt die Kultur und das Selbstverständnis der Menschen an unserer Nordseeküste“, betont Jensen. „Unsere Fischer wollen keine Sonderbehandlung. Sie wollen fischen, arbeiten und ihren Lebensunterhalt erwirtschaften. Deshalb müssen wir nicht nur beantworten, wo künftig nicht mehr gefischt werden darf, sondern auch, wo Fischerei dauerhaft möglich bleibt. Dazu gehört für uns auch die Prüfung von Vorranggebieten für die Küstenfischerei. Naturschutz funktioniert auf Dauer nur mit den Menschen und nicht gegen sie.“