Katharina Jensen MdL: „Neues Jagdgesetz: Land bringt Landkreise und Tierheime in eine unlösbare Situation.“

10. August 2026

Friesland/Hannover. Direkt vor der Sommerpause hat die rot-grüne Landesregierung das Niedersächsische Jagdgesetz novelliert und damit ein neues Problem geschaffen: „Der Umgang mit wilden und verwilderten Katzen, die sich in Lebendfangfallen verfangen ist nun dahingehend geregelt worden, dass diese Katzen nicht mehr waidgerecht getötet werden dürfen, da sie nicht aktiv beim Wildern angetroffen worden sind“, er klärt die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen für Friesland/Jade, die auch Mitglied im Agrarausschuss ist. „Stattdessen sind die Tiere nun als Fundtiere zu behandeln und daher entsprechend in ein Tierheim zu bringen.“ Auch das Freilassen, etwa nach erfolgter Kastration, sei nicht mehr möglich, da es sich nach Rechtsauffassung des zu ständigen Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums um eine Ordnungswidrigkeit handle, die entsprechend geahndet wird.

„Deswegen und weil das Niedersächsische Jagdgesetz erst 2017 umfassend modernisiert und zukunftsfest aufgestellt wurde, haben wir als CDU-Fraktion die erneute Novellierung im Landtag abgelehnt“, sagt Jensen, die sich nun in ihren Befürchtungen bestätigt sieht. Aus ihrer Sicht muss auch die Kreisverwaltung in Friesland damit rechnen, dass nun deutlich mehr Fundkatzen abgegeben werden. „Das ist fatal, denn Friesland hat, wie die meisten anderen Kommune auch, keinerlei Kapazitäten für so viele Fundkatzen“, betont sie. Der Landkreis verfügt über kein eigenes Tierheim, stattdessen werden herrenlose Katzen von einem privaten, spendenfinanzierten Verein versorgt, der sie einfängt, kastriert und in Absprache mit den Behörden an gesicherten Stellen wieder aussetzt. „Dieses bewährte Vorgehen würde durch die neue Rechtsauslegung faktisch ausgehebelt“, kritisiert Jensen.

Verwilderte Katzen lassen sich nur in Ausnahmefällen vermitteln, es sei also damit zu rechnen, dass diese Tiere dringend benötigte Tierheimplätze dauerhaft belegen. Die Folge: „Stark steigende Kosten für die Kommunen und eine erhebliche Überlastung der Tierschutzvereine“, sagt Jensen. Das haben inzwischen auch andere Kommunen in Niedersachsen erkannt und sich an den Ministerpräsidenten Olaf Lies gewandt, sie erwarten eine Lösung. „Ich habe dieses Problem nun auch Landrat Sven Ambrosy sowie den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der friesischen Kommunen geschildert“, sagt Jensen. „Die Landesregierung muss die praktischen Auswirkungen ihres Gesetzes ernst nehmen und für eine rechtssichere sowie praktikable Lösung sorgen. Es darf nicht sein, dass solche Regelungen zulasten des Tierschutzes, der Jägerschaft, der Kommunen und der ehrenamtlichen Tierschutzvereine gehen.“

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Datum: 07.08.2026