Ihre CDU-Landtagsabgeordnete für Friesland und Jade

“Ein Windkraft-Turbo sieht anders aus!”

0,46 Prozent der Flächen sollen im Landkreis Friesland für Windkraft bis 2026 zur Verfügung gestellt werden. Das ist die Zahl, die Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) am Montag vorgestellt hat. „Eine Zahl, die für sich genommen erstmal überhaupt nichts aussagt, denn es ist nicht klar, wie das Umweltministerium auf diese Zahl gekommen ist und wie genau dieses Flächenziel überhaupt berechnet wurde“, erklärt die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (Wangerland). „Auch auf Nachfrage, konnte Minister Meyer darauf bisher keine zufriedenstellende Antwort liefern“, kritisiert sie. Da reiche es auch nicht aus, auf allgemeine Kriterien wie etwa Bevölkerungsdichte, Besiedelung, Abstände, anders gebundene Flächen und Vogelschutzgebiete zu verweisen.

„Friesland hat seine Hausaufgaben längst gemacht, die Energiewende wurde in den Städten und Gemeinden fraktionsübergreifend bereits eingeläutet. Mit rund 0,8 Prozent (rund 781 Hektar) der Flächen im Kreis als Vorranggebiet Wind (rotor-out) sind die von der rot-grünen Landesregierung vorgegebenen Ausbauziele Stand heute längst übererfüllt“, so Jensen. Auch deswegen lässt das Flächenziel von 0,46 Prozent für Friesland die Windbauern eher ratlos zurück. „Sie befürchten nun, dass das ge-ringe Ausbauziel in Friesland sogar den gegenteiligen Effekt haben könnte und die Motivation der Städte und Gemeinden im Kreis weitere Flächen für Windkraft zur Verfügung zu stellen dämpft“, erläutert Jensen nach ihrem Besuch am Freitag bei den Geschäftsführern Johann Ortgies, Fritz Ortgies und Finn Harms-Janßen der Bassens-Windpark Verwaltungs-GmbH im Wangerland.

„Das darf natürlich keinesfalls passieren!“, betont sie. „Denn eins ist klar: Wir wollen und brauchen weitere Windkraftanlagen in Friesland.“ Derzeit befinden sich die Stadt Schortens und die Gemeinden Wangerland, Sande und Bockhorn im Bauleitverfahren für Ausbau von Windkraft auf weiteren Flächen. „Diese Dynamik darf sich jetzt nicht abschwächen, nur weil Friesland die Flächenziele nach Landesvorgabe bereits erreicht hat“, fordert Jensen.


Zudem sei die Festlegung der Ausbauziele nur ein erster Schritt von vielen: „Deswegen ist noch kein einziges neues Windrad gebaut“, so Jensen. Auch aus Sicht der Bassens-Windpark Verwaltungs-GmbH gibt es noch etliche Aufgaben für die rot-grüne Landesregierung, um den Windkraftausbau tatsächlich erheblich zu beschleunigen und den so viel beschworenen „Windkraft-Turbo“ zu zünden. „Dabei geht es in erster Linie nicht um die Genehmigungsverfahren, die sind jetzt bereits zumeist in wenigen Monaten abgewickelt, sondern um die vielen Unterlagen, Studien und Untersuchungen, die die Projektierer vorher zusammenstellen und einreichen müssen, damit die Verfahren überhaupt rechtssicher ablaufen können“, so Jensen. Das sei der Punkt, an dem nun dringend angesetzt werden müsse. „Da geht es auch um Umwelt- und Artenschutz, auch hier muss sich das grüne Umweltministerium bewegen, wenn die Energiewende zeitnah gelingen soll“, so Jensen.

„Ebenso ist das Thema Netzausbau und Speichermöglichkeiten nicht zu Ende gedacht worden“, kritisiert sie. „Friesland hat Wind und davon oft zu viel, so dass die Anlagen zwischenzeitlich abgeschaltet werden müssen, weil sie nicht in die bestehenden Netze einspeisen können, ohne diese zu überlas

ten. Auch hier erwarten die Windbauern in Friesland schnelle und vor allem auch schnell umsetzbare
Lösungen von der rot-grünen Landesregierung“, so Jensen.